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Eisenmangel und Schwangerschaft

 Eisenmangel in der Schwangerschaft vorprogrammiert?

Während einer Schwangerschaft nimmt der tägliche Bedarf vieler Vitamine und Mineralstoffe deutlich zu. Insbesondere von Eisen wird jetzt die doppelte Menge gegenüber Nicht-Schwangeren gebraucht - aufgrund eines größeren Blutvolumens der Mutter, welches für die Ausbildung der Plazenta (Mutterkuchen) und für das heranwachsende Kind benötigt wird.

Empfohlene Zuschläge zum Mikronährstoffbedarf in der Schwangerschaft verglichen mit den Empfehlungen für Frauen im Alter von 19-50 Jahren26

Eisenmangel und Schwangerschaft

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Dabei ist es sehr schwierig, diesen erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft ausschließlich mit einer entsprechenden Ernährung zu decken.

„Eine Schwangere müsste ca. 5.000 – 8.000 kcal täglich aufnehmen, um die erforderliche Eisenmenge bereitstellen zu können“, so Privatdozent Dr. Peter Nielsen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf27.

Dieses Missverhältnis zwischen erhöhtem Eisenbedarf und normaler Ernährung kann selbst eine sehr bewusste Lebensmittelauswahl kaum ausgleichen. So entwickeln viele Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft einen Eisenmangel.

Deshalb sollte die Eisenversorgung streng im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert werden: Die Beobachtung des Hämoglobin(Hb)-Wertes und des Serum-Ferritin-Wertes dienen dazu, einen Eisenmangel aufzudecken bzw. dessen Behebung zu dokumentieren.

Gut zu wissen: Experten arbeiten zurzeit an verschiedenen Modellprojekten, um die Schwangerschaftsvorsorge noch zu verbessern. So ist - analog zu bekannten Pyramidenmodellen für Erwachsene - eine separate Ernährungs-  und Lebensstil-Pyramide für Schwangere in der Entwicklung. Damit sollen die gesundheitsfördernden Aspekte einer ausreichenden Mikronährstoffversorgung in der Schwangerschaft deutlich gemacht werden. Diese Informationen können bestehende Empfehlungen, wie Tipps zur Kostauswahl für eine ausgewogene Umsetzung des erhöhten Energiebedarfs bei Schwangeren und Stillenden sinnvoll ergänzen.

Eisenmangel und Schwangerschaft

Eisenmangel in der Schwangerschaft – häufiger als „Frau“ denkt

Berechnungen aus hierzu vorliegenden Studien ergeben eine Eisenmangelhäufigkeit in der Schwangerschaft von fast 50 Prozent. Bei ca. 10 Prozent der Schwangeren kommt sogar die schwere Form des Eisenmangels, die Eisenmangel-Anämie, vor. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass ein Handlungsbedarf zur Eisensubstitution eigentlich schon viel früher besteht: Bereits 22 Prozent der Frauen bringen einen Eisenmangel, etwa 4 Prozent der Frauen eine schwere Eisenmangel-Anämie mit in die Schwangerschaft.22

Zu wenig Eisen für Mutter und Kind – weitreichende Folgen

Während der Schwangerschaft treten bei Eisenmangel oder einer Eisenmangel-Anämie die gleichen Eisenmangel Symptome auf wie sonst auch. Diese können in der Schwangerschaft aber eine andere Qualität haben. Beispielsweise erhöht die unter einem Eisenmangel reduzierte Immunabwehr auch das Risiko für Scheideninfektionen in der Schwangerschaft mit all ihren negativen Folgen für Mutter und vor allem für das Kind.22

Spezielle Eisenmangel-Risiken für die Mutter sind:22

  • verminderte Blutreserven bei der Geburt, die mit der Notwendigkeit von Bluttransfusionen verbunden sein können.
    => In Entwicklungsländern trägt Eisenmangel aus diesem Grund maßgeblich zur hohen Müttersterblichkeit bei. Mütter mit Eisenmangelanämie können während der Geburt bereits geringe Blutverluste häufig nicht mehr kompensieren.
  • eine erhöhte Belastung des Herzens und somit mögliche Krankenhausaufenthalte
  • Störungen der Milchbildung

Eisenmangel-Risiken für das Kind sind:22

  • Frühgeburt (2-fach erhöhtes Risiko bei Eisenmangelanämie),
  • niedriges Geburtsgewicht (3-fach erhöhtes Risiko bei Eisenmangelanämie),
  • beeinträchtigter Gesundheitsstatus beim Neugeborenen,
  • bis hin zu unumkehrbaren Störungen der Hirnreifung durch einen schweren Eisenmangel; lebenslang schlechtere kognitive Leistungen (z.B. kritische Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten in Schule, Ausbildung und Beruf können die Folge sein).

Dr. Peter Nielsen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf27 fasst die Studienlage so zusammen: „Ein ungeborenes Kind kann seinen Eisenbedarf eine gewisse Zeit auf Kosten der mütterlichen Eisenreserven decken. Die Eisensubstitution in der Schwangerschaft schützt die Mutter vor der Entwicklung einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) und das Kind vor bleibenden Schäden“.

Spezielle Therapie-Empfehlungen für Schwangere

Die aktuellen Kriterien zur Diagnose und Therapie von Eisenmangel in der Schwangerschaft sind etwas strenger gefasst als für Nicht-Schwangere. Allerdings mangelt es noch an einer Einheitlichkeit in der Empfehlung, insbesondere zum Thema ‚Eisenmangel-Prophylaxe während der Schwangerschaft‘.22

So zeigen die aktuellen Daten zur Eisenversorgung von Schwangeren einen großen Handlungsbedarf, denn:

  • es bestehen Mängel in Prophylaxe und Diagnostik
  • die Verabreichung des Eisens (oft in Kombinationen mit Folsäure und/oder Jod) ist eher zufällig, und
  • die mittlere Dosis der verwendeten Präparate ist viel zu niedrig bis wirkungslos (z.B. Nahrungsergänzungsmittel mit max. 5 mg Eisen pro Tagesration), um den Eisenspeicher im Körper zu sichern bzw. aufzubauen.

Stellt Ihr Gynäkologe in der Schwangerschaft einen Eisenmangel fest, kann er eine für Sie geeignete Eisenmangel Therapie empfehlen oder bei festgestellter Eisenmangelanämie auch verordnen. Neben Wirksamkeit und Sicherheit ist dabei auch eine gute Verträglichkeit des Eisens wichtig.

Dr. Nielsen27: „Schwangere können empfindlicher auf eine Eisentherapie reagieren. Deshalb ist hier auf eine besonders gute Verträglichkeit zu achten und eine unnötig hohe Tagesdosis (größer als 100 mg) zu vermeiden.“

  1. Kirschner, W. et al., Eisenmangel in der Schwangerschaft, der Gynäkologe 2011, 9: 759-65
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., www.dge.de, Abruf am: 31.03.2015
  3. Interview mit Privatdozent Dr. Peter Nielsen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Stoffwechselambulanz, Juli 2010, SANOL, data on file
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