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Geringe Eisenaufnahme

Hier gilt es zwei Fälle zu unterscheiden: Ist die Menge an zugeführtem Nahrungseisen grundsätzlich zu gering, oder gelangt davon „nur“ zu wenig ins Blut?
Im ersten Fall ist es eine generelle Frage der Ernährung, im zweiten Fall eher eine Frage der Eisenresorption (Eisenaufnahme) des Körpers.

1. Wenn nicht genügend Eisen ankommt

Natürlich ist es wichtig, wie viel Eisen mit der Nahrung zugeführt wird. Entscheidend aber ist, ob dieses Eisen für den Körper gut verfügbar ist und aufgenommen werden kann.

Das vom Körper gut resorbierbare 2-wertige Eisen (das sogenannte Häm-Eisen) findet sich ausschließlich in tierischen Produkten.
Pflanzen dagegen liefern vornehmlich das deutlich schlechter verwertbare 3-wertige Eisen (Nicht-Häm-Eisen). Zum Vergleich: Häm-Eisen wird im Durchschnitt zu 20-30% aufgenommen, Nicht-Häm-Eisen lediglich zu 1-10%.
Dabei hängt die Eisenaufnahme nicht nur allein von der Eisenwertigkeit ab. Unsere Kost enthält außerdem auch Förderer und Hemmer der Eisenresorption.1
(s. Tabelle und Eisenmangel und Ernährung)

Auch wenn die Resorptions-Mechanismen noch nicht bis ins letzte Detail verstanden sind, wissen wir heute: Die beste Nutzung von Eisen aus der Nahrung ist zu erzielen, wenn wir in Mahlzeiten pflanzliches Eisen mit Lebensmitteln kombinieren, die Förderer der Eisenresorption enthalten. Deshalb ist eine ausgewogene Mischkost wichtig für eine optimale Eisenaufnahme.

Vitamin C ist ein anerkannter Förderer der Eisenresorption. Es wandelt pflanzliches, 3-wertiges Eisen, in die 2-wertige Form um und macht es so besser verfügbar. Eine Aufnahme von bereits 25 mg Vitamin C führt zu einer signifikanten Resorptionssteigerung von Nicht-Häm Eisen (pflanzliches Eisen, ist zum Teil aber auch in tierischen Nahrungsmitteln enthalten).

Tipp: Kombinieren Sie deshalb pflanzliche Lebensmittel möglichst immer mit Vitamin C haltigen Lebensmitteln oder Säften.

In der normalen Kost sind Förderer und Hemmer der Eisenaufnahme enthalten42

Eisenaufnahme-Förderer
Substanz/FaktorVorkommen (Beispiele) /Erläuterung
Vitamin C
  • in allen Früchten, insbesondere in Zitrusfrüchten (z. B. Zitronen, Orangen) und deren Säften
  • in frischem Gemüse
  • in Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten
Fruchtsäuren
  • in allen Früchten und Fruchtsäften
Fleisch, Geflügel, Fisch
  • liefern sog. Häm-Eisen* (Bestandteil des roten Blutfarbstoffes "Hämoglobin" und von "Myoglobin" der Muskeln); sehr gut verwertbar für den Körper
Fleisch (allgemein)
  • verbessert die Eisenaufnahme aus anderen Nahrungsbestandteilen
Leber
  • natürliches Speicherorgan für Eisen
niedriger pH-Wert
  • saure Lebensmittel fördern grundsätzlich die Eisenaufnahme
*Für den Gehalt an Häm-Eisen gilt: je röter das Fleisch und je weniger stark erhitzt, umso höher der Gehalt. Unsere Mischkost besteht etwa zu 1/10 aus Häm-Eisen; da es aber deutlich besser aufgenommen als Nicht-Häm-Eisen (auch "freies Eisen) deckt es 1/3 und mehr des Eisenbedarfs.
Eisenaufnahme-Hemmer
Substanz/FaktorVorkommen (Beispiele) /Erläuterung
Phytinsäure (Phytate)
  • Getreideprodukte
  • Mais
  • Reis
  • Vollkornprodukte
  • Sojaprodukte
  • Hülsenfrüchte (insbesondere Soja)
Oxalsäure (Oxalate)
  • Vor allem im Spinat, Rhababer, Kakao
Polyphenole (Bsp: Tannine)
  • in allen Pflanzen (besonders in Trauben)
  • Traubensaft, Rotwein, Kaffee (auch ohne Koffein und auch in Getreidekaffee) und Tee (v.a. schwarzer und grüner Tee), Hirse, Spinat
pflanzliche Proteine
(allgemein)
  • in allen Pflanzen (insbesondere in Hülsenfrüchten)
  • in Vollkornprodukten
Übermäßige Zufuhr anderer Metallionen
  • Mangan (Mn2+), Cobalt (Co2+), Kupfer (Cu2+), Zink (Zn2+), Blei (Pb2+)
Calciumsalze
  • Nahrungsmittel mit hohem Gehalt dieser Nährstoffe wie z.B. Käse, Überangebot durch Nahrungsergänzungsmittel oder (v.a. im Falle von Calcium) in mit diesen Nährstoffen angereicherten Getränken; bei einem Calciumgehalt von 300-600 mg in der Nahrung wurde ein maximaler Hemmeffekt festgestellt
Medikamente
  • Magensäurebinder
  • aluminium-, magnesium- und calciumhaltige Antazida sowie Lipidsenker können die Eisenresorption um bis zu 70 % vermindern (Cholestyramin); Chelatbildner wie Penicillamin, Ethylendiamintetraacetat - EDTA - und Deferoxamin hemmen insbesondere die Nicht-Hämeisenabsorption

Bei manchen Krankheiten des Magen-Darm-Trakts kann hingegen die Eisenaufnahme gestört sein.

Bekannt sind solche Eisenaufnahmestörungen bei:

  • Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie / Sprue),
  • Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa,
  • Magengeschwür oder bei zu schneller Magenpassage nach Magenoperationen.

Ebenso kann bei Einnahme von Medikamenten die Eisenaufnahme gehemmt werden. Bekannte Wechselwirkungen gibt es zum Beispiel bei:

  • Abführmitteln,
  • Entsäuernden Magenmitteln, die Calcium, Magnesium oder Aluminium enthalten, (Antazida),
  • Mitteln zur Cholesterin-Senkung oder Entwässerung (Clofibrate),
  • Mitteln zur Behandlung von Harnsteinen (Ionenaustauscher),
  • Bestimmte Antibiotika (Fluorchinolone wie z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin, Gatifloxacin und Ofloxacin) zur Therapie bakterieller Erkrankungen,
  • Bisphosphonate (Arzneimittel zur Behandlung der Osteoporose)
  • Calcium- / Zink- / Magnesium-Präparaten oder Multivitamin-Präparaten mit diesen Mineralstoffen

Ähnlich wie calciumreiche Milchprodukte (z.B. Hartkäse) wirken diese hemmend auf die Eisenresorption, wenn sie dem Eisen ähnliche Mineralien enthalten. Im Wettstreit um die Aufnahme vom Darm ins Blut zieht das Eisen dabei meist den Kürzeren.

Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoff- und Multivitamin-Kombinationen.

Wichtig: Bei Einnahme der oben genannten Medikamente ist auf einen ausreichenden Zeitabstand zur Einnahme einer eisenreichen Mahlzeit bzw. von Eisenpräparaten zu achten.

Fragen Sie bitte unbedingt immer Ihren Arzt, wenn es um die Einnahme von Eisenpräparaten geht. Angaben zu Wechselwirkungen finden sich auch immer in den Gebrauchsinformationen der Eisenpräparate.

2. Wenn nicht genügend Eisen zugeführt wird

Die Ergebnisse von Studien zu den Essgewohnheiten in Deutschland zeigen, dass Eisenmangel in Deutschland weit verbreitet sein dürfte: So liegt die mittlere Eisenversorgung bei Frauen bis zu einem Alter von 50 unter den Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr, junge Frauen erreichen sogar etwa nur 50% der empfohlenen Zufuhr.1

Tatsache ist, dass sich viele Menschen eine Idealfigur wünschen. Wird aus diesem Grunde eigenmächtig eine einseitige oder falsch zusammengestellte Diät begonnen (und auch lange durchgehalten), kann dies eine optimale Nährstoffversorgung gefährden. Gerade bei jungen, noch im Wachstum befindlichen Mädchen und Frauen mit Menstruation kann das schnell den oft vorher schon vorhandenen Eisenmangel verschlimmern. Ebenso können solche Diäten zu anderen Nährstoffmangelerscheinungen führen und auch zu Auslösern von schwerwiegenderen psychischen Folgekrankheiten werden. Hierzu zählen zum Beispiel verschiedene Formen von Essstörungen wie Magersucht und Bulimie.

Unterkalorische Ernährung (Unterernährung) ist häufig die zentrale Eisenmangel-Ursache in den Entwicklungsländern. Auch bei uns kann eine nicht ausreichende Nahrungszufuhr ein Thema in Risikogruppen für Eisenmangel sein, wie bei Jugendlichen in der Pubertät mit schlechten Ernährungsgewohnheiten, bei Senioren oder bei niedrigem sozialen Status (‘‘neue Armut‘‘).

Auch bei kalorienmäßig ausreichender Kost kann Eisenmangel bei sehr schlechten Ernährungsgewohnheiten (Bsp. Kinder und Jugendliche im Trotzalter oder Pubertät) oder nicht einseitiger pflanzlicher Ernährung durch die schlechte Eisenverfügbarkeit von Pflanzenkost entstehen – Vegetarier und Veganer können davon betroffen sein.

Geringe Eisenaufnahme

Mehr zu anderen Hauptursachen für Eisenmangel lesen Sie in den Bereichen

  1. Nielsen P. Diagnostik und Therapie von Eisenmangel mit und ohne Anämie. 1. Aufl. 2009; UNI-MED Verlag AG Bremen
  2. Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln, BfR, www.bfr.bund.de, Zugriff am 16.07.2014
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